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Meine Musik Rainer Rupp
Er ist Oberstudiendirektor a.D. und hat während seiner Berufstätigkeit in Ingolstadt Deutsch und Englisch unterrichtet. Präsident der Simon-Mayr-Gesellschaft zu sein ist für den 1939 geborenen Rainer Rupp eine ehrenwerte Ruhestands-Tätigkeit und eine "musikalische Vorliebe". Susanne Rohrer sprach mit ihm.
Warum kennt man den Komponisten Simon Mayr so wenig? Mit dieser Frage muss ein Gespräch mit Rainer Rupp beginnen. Simon Mayr, der als "Vater der italienischen Oper" gilt, weil ihn einer seiner Schüler, der italienische Opernkomponist Gaetano Donizetti, als eben diesen Vater bezeichnet hat? Simon Mayr, der Zeitgenosse war von Haydn, Beethoven und Rossini?
Weil Verdi en vogue war?
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Für Rainer Rupp von der Ingolstädter Simon-Mayr-Gesellschaft gibt es verschiedene Gründe, warum Mayr, der von Bayern nach Italien ging, vergessen wurde, obwohl er Operngeschichte schrieb. Zum
Beispiel, dass Verdi en vogue war, als Mayr 1845 starb.
Zeitlebens nah an der Musik
Dass der 1763 geborene Komponist aus Mendorf bei Ingolstadt (gestorben 1845) heute aus der Vergessenheit gerissen worden ist, daran arbeitet seit 16 Jahren die Simon-Mayr-Gesellschaft. Deren
Geschicke als Präsident führt Rainer Rupp seit fünf Jahren. Wobei die Bescheidenheit des ehemaligen Oberstudiendirektors fast übersehen lässt, wie sehr der Deutsch- und Englischlehrer zeitlebens nah
an der Musik dran war.
Professionelle Musikkarriere
Josef Schloder, den Herausgeber einer verbreiteten Violinschule hat Rupp in jungen Jahren als Musiklehrer kennengelernt. Der Multiinstrumentalist Rupp hatte sich sogar damals überlegt, ob er nicht
eine professionelle Musikkarriere beginnen wolle. Alles kam anders, aber zuletzt ist die Aufgabe des Präsidenten der Simon-Mayr-Gesellschaft geblieben. Wie wenige andere kennt sich Rainer Rupp über
den lange vergessenen Komponisten Simon Mayr aus.
Linktipp: johann-simon-mayr.de
Musik-Info
Johann Simon Mayr
"Cento Rimorsi, e Cento" aus der Oper "Fedra"
Chiaudani, Capucine (Sopran), Chor und Orchester des Staatstheaters Braunschweig, Ltg. Gerd Schaller
Johann Sebastian Bach
"Italienisches Konzert", daraus 1. Satz.
Murray Perahia, Klavier
Ludwig van Beethoven
"Fidelio", daraus: "Gefangenenchor"
London Symphony Orchestra und Chor
Ltg.: Sir Colin Davis
Wolfgang Amadeus Mozart
"Klarinettenkonzert", daraus: 2. Satz "Adagio"
Sebastian Manz, Klarinette
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Ltg.: Cornelius Meister
Margarete de Bassus-Stiftung für Johann Simon Mayr
Mit Datum vom 06.11. 2009 wurde im Handelsregister des Kantons Uri in der Schweiz eine Stiftung des Ehrenmitglieds der Internationalen Simon-Mayr-Gesellschaft Margarete Baronin de Bassus
eingetragen. Der Stiftungszweck ist laut Eintragungstext die Unterstützung von „Tätigkeiten, welche irgendwie mit dem Komponisten Johann Simon Mayr, 1763 - 1845... verbunden sind".
Aus den Einlagen dieser Stiftung fließen der Simon-Mayr-Gesellschaft künftig jährlich 10.000 € zu. Die Gesellschaft dankt Frau de Bassus nachdrücklich für diese großherzige Geste der Verbundenheit
(s. Pressebericht).
Fortsetzung einer Familientradition
Freunde der Musik Simon Mayrs: Baronin de Bassus und Rainer Rupp, Präsident der Internationalen Simon-Mayr-Gesellschaft. Foto: HerbertDonaukurier
10. Dezember 2009 von Jesko Schulze-Reimpell
Ingolstadt/Altdorf (DK) Im Zeitalter von Internet und E-Mail gehen Informationen manchmal seltsame Wege, bahnen sich Pfade quer über den Globus, um dann fast an ihren Ausgangspunkt zurückzugelangen.
So erreichte Rainer Rupp, den Präsidenten der Internationalen Simon-Mayr-Gesellschaft in Ingolstadt, im November eine denkwürdige E-Mail ausgerechnet von der Schweizer Botschaft in Neu Delhi. Darin
berichtete ein Botschaftsmitarbeiter, dass in Altdorf in der Schweiz "eine Stiftung gegründet wurde, welche alle Tätigkeiten fördert, die irgendwie mit dem Komponisten Johann Simon Mayr verbunden
sind".
Die Information war korrekt, aber natürlich war sie für Rupp nicht neu. Denn die Gründung der Stiftung hatte er selbst angeregt. Hinter ihr steht eine einzige Person: Margarete Baronin de Bassus, die
ehemalige Eigentümerin von Schloss Sandersdorf, die inzwischen in der Schweiz lebt. Als Rainer Rupp bei ihr um Unterstützung für die verschiedenen Projekte der Mayr-Gesellschaft bat, rannte er
letztlich offene Türen ein. Die Baronin fördert seit Jahrzehnten die Kultur und ganz besonders den lange vergessenen, in Mendorf geborenen und in Ingolstadt aufgewachsenen Opernkomponisten Mayr
(1763-1845). Auf Schloss Sandersdorf wird seine Musik bereits seit Mitte der 80er Jahre gepflegt. Und auch Konzerte der Simon-Mayr-Gesellschaft hatte de Bassus immer wieder finanziell
unterstützt.
Jetzt allerdings bekommt ihr Sponsoring noch eine andere Qualität. Mit ihrer Stiftung verpflichtet sich die Baronin, in der nächsten Dekade der Mayr-Gesellschaft in Ingolstadt jährlich 10 000 Euro zu überlassen. Und nach Möglichkeiten soll die Stiftung auch über diesen Zeitraum hinaus die Mayr-Gesellschaft finanzieren.
Margarete de Bassus orientiert sich hier an einer alten Familientradition. Sie tritt in die Fußstapfen von Thomas de Bassus (1752-1815), der im 18. Jahrhundert den jungen Simon Mayr mehr unterstützte als wahrscheinlich jeder andere. Mayr trat immer wieder in Schloss Sandersdorf auf und wohnte auch zeitweilig dort. 1784 musste Thomas de Bassus Hals über Kopf das Schloss verlassen. Als führender Illuminat verfolgte ihn die bayerische Polizei, seine Güter wurden beschlagnahmt. Er floh in die Schweiz und nahm den jungen Simon Mayr mit, der bald danach eine glänzende Karriere in Italien begann.
Für Margarete de Bassus ist die Wiederentdeckung des Opernkomponisten Mayr ein Herzensanliegen. Sie liebt seine Musik und verpasst fast kein wichtiges Konzert mit Werken des Mendorfers. So freut sie sich auch auf die nächste herausragende Opern-Premiere in Ingolstadt im kommenden September. Das Bayerische Rundfunkorchester wird die Oper "La Lodoiska" im Festsaal konzertant aufführen. Für das Konzert im Ingolstädter Festsaal wird die Baronin die Schirmherrschaft übernehmen.

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